Namasté Nepal: Eine Reise zwischen Göttern, Mythen und dem Dach der Welt
Nepal ist viel mehr als nur ein Land – es ist ein Gefühl. Als ich kürzlich wieder dort war, durfte ich eine Route erleben, die die perfekte Balance zwischen kulturellem Tiefgang und persönlichem Abenteuer bietet. Hier ist mein detaillierter Reisebericht für euch.
Wanderung nach Nagarkot und Changu Narayan
Zum Auftakt führte mich eine Wanderung mit einem lokalen Guide nach Nagarkot. Der Weg führt durch Pinienwälder und kleine Dörfer, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Nagarkot selbst ist berühmt für seinen 360-Grad-Blick auf den Himalaya. Wenn morgens die Sonne aufgeht und die Gipfel des Everest-Massivs in goldenes Licht taucht, weiß man: Das ist die Magie Nepals. Nach Sonnenaufgang ging es weiter zum Tempel Changu Narayan.
Der Puls von Kathmandu: Zwischen Grab-App und Momo-Dampf
Bevor meine Gruppe eintraf, erkundete ich Kathmandu auf eigene Faust. Ein kleiner Praxistipp: Die Grab-App (oder lokal oft ‘Pathao’) ist genial, um günstig durch den dichten Verkehr zu kommen. Aber Achtung: Die Kennzeichen sind in Devanagari-Schrift verfasst! Da ich die Zahlen $१, २, ३…$ nicht lesen konnte, wurde jede Taxifahrt zu einem charmanten Ratespiel mit den Einheimischen.
Um die Kultur auch zu schmecken, habe ich einen Momo-Kochkurs besucht. Diese nepalesischen Teigtaschen sind das Nationalgericht schlechthin. Mein Tipp: Die scharfe Tomaten-Chutney-Sauce (Achar) dazu ist ein Muss! Du kannst auch eine Tour mit einem lokalen Guide machen um Kathmandu kulinarisch zu erkunden.
Das historische Herz: Durbar Square & die lebende Göttin
Unsere gemeinsame Tour startete am Durbar Square von Kathmandu, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Hier stehen über 50 Tempel und Paläste, darunter der beeindruckende Taleju Bhawani. Ein mystischer Ort ist das Kumari Ghar. Hier lebt die Kumari, ein junges Mädchen, das als Inkarnation der Göttin Taleju verehrt wird. Mit etwas Glück zeigt sie sich für einen kurzen Moment an ihrem kunstvoll geschnitzten Fenster.
Swayambhunath: Der Blick der Buddhas
Hoch über der Stadt thront Swayambhunath, auch bekannt als der Affentempel. Die goldene Stupa mit den wachsamen Augen Buddhas ist eines der ältesten religiösen Monumente der Welt.
Nancys Insider-Tipp: Geht die 365 Stufen zu Fuß hinauf – der Duft von Butterlampen und das Murmeln der Pilger, die die Gebetsmühlen drehen, versetzen einen sofort in eine andere Welt.
Adinath & Dakshinkali: Glaube und Hingabe
Am nächsten Tag besuchten wir den Adinath-Lokeshwar-Tempel in Chobar, der für seine unzähligen an die Wände genagelten Töpfe und Pfannen bekannt ist – ein Brauch von Ehepaaren, die auf Glück hoffen.
Danach wurde es intensiv: Dakshinkali. Dieser Ort ist der furchterregenden Göttin Kali gewidmet. Zweimal wöchentlich finden hier Tieropfer statt, was für uns Westler zunächst befremdlich wirkt, aber einen tiefen Einblick in die archaischen Wurzeln des nepalesischen Hinduismus gibt.
Neydo Kloster: Schlafplatz der Mönche
Ein absolutes Highlight war die Übernachtung im Neydo Tashi Choeling Kloster. Wir durften am Morgengebet der Mönche teilnehmen. Das rhythmische Chanten der Mantras in der friedlichen Stille des Klosters sind die beste Medizin gegen den Alltagsstress. Eine Wanderung in die Umgebung zu der in der Nähe gelegenen Asura Höhle, wo Padmasambhava (wichtigste tantrisch-buddhistische Meister der Himalayaregion) bei der Meditation Erleuchtung fand, ist ebenfalls sehr empfehlenswert.
Bhaktapur: Die Stadt der Frommen
Bhaktapur ist wie eine Zeitreise ins Mittelalter. Die Stadt ist fast vollständig autofrei. Besonders beeindruckend ist der Nyatapola-Tempel, der höchste Tempel Nepals, der auf fünf Terrassen thront. Die Holzschnitzereien an den Pfauenfenstern sind weltweit einzigartig und zeigen die meisterhafte Handwerkskunst der Newar-Kultur.
Pashupatinath & Boudhanath: Ende und Neuanfang
In Pashupatinath am heiligen Fluss Bagmati begegnet man dem Tod sehr unmittelbar. Als wichtigstes hinduistisches Heiligtum des Landes finden hier an den Arya Ghats die rituellen Feuerbestattungen statt. Es ist ein Ort der Spiritualität, der einen sehr nachdenklich stimmt.
Nur einen kurzen Spaziergang entfernt liegt das komplette Gegenteil: Boudhanath. Diese riesige, weiße Stupa ist das Zentrum der tibetischen Buddhisten. Hier herrscht eine friedliche, fast schon meditative Fröhlichkeit, während man mit den Pilgern im Uhrzeigersinn um das Heiligtum wandert.
Ein unvergesslicher Moment: Während unseres Aufenthalts heiratete der Neffe unseres Reiseleiters. Wir wurden spontan eingeladen! Zwischen bunten Blumengirlanden, traditioneller Musik und bergeweise köstlichem Dal Bhat fühlten wir uns nicht wie Touristen, sondern wie ein Teil der Familie.


